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Gedanken aus dem diesjährigen Workshop zum Thema Abstraktion (von Evelyn Rau)

„Abstrakte Tendenzen in der Kunst sind dem menschlichen Bedürfnis zuzuschreiben sich von der materialistischen Welt zurückzuziehen und einen Rastplatz im Flug der Geschehnisse zu finden.“ (aus W. Worringer „Abstraktion und Einfühlung“)

Vom 3. – 15. Oktober fand in den Räumen der Akademie Leonardo – Fine Art ein Workshop statt zum Thema “Abstraktion und Linie”, geleitet von Gerd Krenckel.

Vom Dinglichen gelöst haben wir uns mit großem Engagement von morgens bis abends in einen individuellen Dialog mit der Linie begeben und versucht, die große Vilefalt der darin enthaltenen Möglichkeiten auszuprobieren: geschwungene Linie, gebrochene, unterbrochene, kräftige, zarte Linie…

Ausgehend von einer einzelnen, vielleicht auch unsicheren Linie haben wir andere Linien gefunden und dann so etwas wie eine eigene Bildsprache entstehen lassen.

Dabei konnten wir dann auch die Erfahrungen machen, dass unserer persönlichen Linien vielfach etwas Allgemeines enthalten, etwas von dem, was man z.B. auch in der Natur, die uns umgibt, vorfindet. Und so konnten wir vielleicht erspüren, dass Abstraktion auch “Hinwendung zum Wesentlichen und Befreiung von den Details” bedeutet und dass “Abstraktes und Gegenständliches sich überhaupt nicht ausschließen”, wie unser Lehrer Gerd Krenckel schon so oft betonte.

Unsere Mittel in diesem Workshop waren die Monotypie (ein grafisches Verfahren, das nur einen Abdruck gestattet), die Collage und sogar der Kugelschreiber (mit dem sich z.B. tolle Linienbündel erzeugen lassen).

Insgesamt war es ein sehr inspirierender Workshop, der viel Raum gab für Empfindungen durch spontanes Assoziieren und in dem sogar der “Zerstörungsakt” ein ästhetisches Erlebnis war und als ein Neuanfang definiert wurde.

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